Biographisch-Bibliographisches
Kirchenlexikon
Nachschlagewerk mit aktuellen Nachträgen



Geboren wurde B. als Sohn eines franz?sischen Vaters und einer englischen Mutter. W?hrend der Belagerung von Paris (1870) im Verlauf des deutsch-franz?sischen Krieges (1870/71) ging die Familie B. nach England, wo sie sich nach dem Tod des Vaters (1872) dauernd niederlie?. Seine Ausbildung erhielt B. zun?chst an der Oratory School in Birmingham sowie am Coll?ge Stanislas in Paris. Von 1892 bis 1893 diente er in der franz?sischen Armee (Artillerie). Anschlie?end studierte er am Balliol College der Universit?t Oxford, wo er auch seine akademischen Studien erfolgreich abschlo?. 1896 heiratete er die Amerikanerin Elodie Hogan. Aus der Ehe gingen f?nf Kinder hervor. B.s schriftstellerisches Werk umfa?t Kinderb?cher ebenso wie historische Biographien. Seine gro?e Schaffenskraft dokumentiert sich darin, da? er durchschnittlich zwei B?cher pro Jahr ver?ffentlichte. Seine erste Arbeit, "Verses and Sonnets", erschien im Jahre 1895. Im gleichen Jahr schlo? er auch sein Universit?tsstudium ab. 1896 erschien "The Bad Child's Book of Beasts", eine Sammlung witziger Verse. 1899 und 1901 ver?ffentlichte er Biographien ?ber Danton und Robespierre. Sein wohl bekanntestes Werk, "The Path to Rome", erschien 1902. In ihm schildert er eine Wanderung von der alten Festungs- und Garnisonsstadt Toul nach Rom. Gekonnt werden hier zum Ausdruck gebracht ein tiefsinniger Humor und ein tiefgl?ubiger Katholizismus, gepaart mit einer ausgepr?gten Neigung zum Reisen, was ?brigens f?r sein gesamtes Werk kennzeichnend ist. Obwohl ein launiger Humor B.s Werk von Anfang an pr?gte, so wurde es seit seiner Mitgliedschaft im britischen Parlament zwischen 1906 und 1910 durch ernstere Themen dominiert. Die Erfahrungen als Unterhaus-Abgeordneter f?hrten auch dazu, da? er das parlamentarische Regierungssystem fortan verabscheute. Das wiederum veranla?te ihn, den Finger auf das zu legen, was ihm als Heuchelei erschien. 1911 erschien (zusammen mit Cecil Chesterton) "The Party System", 1912 "The Servile State", in dem er eine Philosophie entwickelte, in der mittelalterliche Nostalgie und Ablehnung von Sozialismus und Materialismus miteinander verwoben sind. B., der die katholische Weltanschauung in der mittelalterlichen Welt verwirklicht sah, setzte sich f?r eine m?glichst breite Streuung des Eigentums ein, wof?r er die Bezeichnung "Distributionismus" w?hlte. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Schriftsteller G.K. Chesterton (1874-1936), der 1922 zum Katholizismus konvertierte, versuchte er seine sozialpolitischen Vorstellungen durchzusetzen. -

BELLOC, Hilaire, Schriftsteller, * 27.7. 1870 zu La Celle-St. Cloud bei Paris, seit 1903 britischer Staatsbürger, † 16.7. 1953 zu Guildford (Surrey).